Bipolare Störungen (Depressionen) sind leider immer noch ein Tabu-Thema

23. November 2011

Wer kennt nicht die Redensart „Himmelhochjauchzend – zu Tode betrübt“. Der Zustand, den Johann Wolfgang von Goethe damals so treffend beschrieb, wird für immer mehr Menschen traurige Gewissheit, denn bipolare Störungen (Depressionen) werden zur Volkskrankheit.



Immer mehr Studien von Krankenkassen belegen, dass die psychischen Erkrankungen wie beispielsweise die Bipolare Erkrankung auf dem Vormarsch sind. Leider wurde dieser Trend lange nicht ernst genommen, so dass jetzt sehr viele Therapeuten, stationäre Kurplätze und ambulante Rehaplätze fehlen, um der Zahl der Betroffenen gerecht zu werden.

Aber das Entscheidende ist, dass diese Art von Erkrankungen für viele Menschen oft noch ein Tabu-Thema ist. Man spricht gerne über seine letzte überstandene Grippe oder Zerrung nach dem Sport. Seelische Erkrankungen werden jedoch oft unter den Teppich gekehrt, denn wer will schon als depressiv oder „verrückt“ gelten. Eine seelische Erkrankung, welche oft mit einer längeren Dauer und großen Qualen für den Betroffenen und seine Angehörige verbunden ist, passt nicht in unsere leistungsorientierte Gesellschaft, bei der oberstes Ziel ist, immer gut drauf sein zu müssen. So machen es Scham und Schuldgefühle dem Erkrankten noch schwieriger, offen mit seiner Krankheit umzugehen. Aber gerade dieses lange Warten bis man sich endlich Hilfe sucht, manifestiert die Krankheit noch mehr. So kann beispielsweise aus einer leichten depressiven Verstimmung, welche im Anfangsstadium noch gut und recht schnell zu behandeln ist eine Bipolare Störung Manie werden.

Bei allen schlechten Nachrichten, gibt es jedoch auch die gute Nachricht, dass sich immer mehr Ärzte, Therapeuten, Krankenkassen, Betroffene und fortschrittlich denkende Menschen der Tabuisierung dieses Themas entgegenstellen und Aufklärung betreiben, denn das viele Menschen unter seelischen Erkrankungen leiden und erkranken, liegt vordergründig an der Gesellschaft und nicht an den Menschen selber. Gerade sensible Menschen und Menschen mit viel Druck, Stress und Überforderung, die unsere Gesellschaft mit sich bringt, sind betroffen.

Es ist oft nicht ganz leicht für den Betroffenen, eine seelische Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Daher sollten Sie, falls Sie den Verdacht haben, dass es so sein könnte, ein vertrauensvolles Gespräch mit Ihrem Hausarzt führen oder gleich einem Fachmann zu Rate ziehen. Vorher können Sie sich auch auf seriösen und fachlich kompetenten Webseiten im Internet informieren, denn immer mehr Ärzte und Therapeuten veröffentlichen auch im Internet die neusten Erkenntnisse und generelle Hilfestellung für Betroffene und deren Angehörige.

Hinweis: Die Inhalte auf leben-kunst.de dienen rein informativen Zwecken und können die persönliche Beratung durch einen Facharzt in keinem Fall ersetzen.