Stricken im 21. Jahrhundert

21. Dezember 2013

Unsere Omas und Uromas kannten nichts anderes. Sie alle beherrschten die Kunst des Strickens. Früher, als die Menschen nur wenig hatten, bzw. es noch kaum Import gab, musste man sich selbst behelfen. Und das tat man am besten, indem man selber produzierte. So war es auch bei der Kleidung. Alles mögliche wurde selbst gestrickt. Beim Stricken werden Maschen mit Fäden oder Garne und zwei oder mehr Nadeln hergestellt.



Allgemeines zum Stricken

Handstrickgarn wird dafür genutzt. Dieser besteht meistens aus Baumwolle oder Seide, es gibt ihn aber auch aus Viskose oder Polyacryl. Und die Nadeln sind aus Stahl, Holz oder Kunststoff. Diese sind etwa 15-50 cm lang und an den Enden verlaufen sie etwas spitzer zu. Beim Stricken mit zwei Nadeln, besitzen diese am Ende einen sogenannten „Maschenstopper“, der dafür sorgt, dass die Maschen nicht abrutschen, denn durch Knüpfen werden auf die eine Nadeln Maschen gelegt.
Jeder, der sich, in welcher Art auch immer, schon einmal mit dem Thema „Stricken“ auseinander gesetzt hat, dem ist mit Sicherheit der Begriff „Strickliesel“ begegnet.
Die Strickliesel ist eine Art Vorrichtung, mit der man Strickschnüre anfertigen kann. Sie ist meistens aus Holz und hat eine Bohrung in der Mitte. Aus dieser Bohrung kommt am unteren Ende die gestrickte Schnur heraus. Am oberen Ende sind 4 – 8 Haken, mit denen eigentlich gestrickt wird. Ein Wollfaden wird über eine bereits vorhandene Schlaufe gelegt. Mit Hilfe einer Nadel wird dieser Faden durch die Öse über den Haken gelegt (an der oberen Schnur vorbei). Und diese Vorgehensweise setzt sich ringsum fort.

Stricken im 21. Jahrhundert

Dieses Handwerk wird immer mehr zum Trend. Was einst al Arbeit galt und erledigt wurde, weil man es zum Leben benötigte, ist heute ein immer beliebteres Hobby und dient meistens der Entspannung und der Flucht aus dem Arbeitsstress. Das Ergebnis selbst, welches dann entsteht, ist heutzutage Mode, anstatt dringend gebrauchtes Utensil. Stricken lernen und was man dazu braucht, alles in Allem ein Hobby für den kleinen Geldbeutel. Deshalb ist es so beliebt. Aber auch die Tatsache, dass man damit ein fertiges Endprodukt herstellen kann, welches man selber nutzen oder weiter verschenken kann, macht den Reiz am Stricken in diesem Jahrhundert aus. Und ein weiterer, wunderbarer Nebeneffekt: Jedes Endprodukt ist etwas völlig Individuelles. Nichts gleicht dem anderen, auch wenn man zweimal das Gleiche macht.
Doch auch in der Kunst wurde das Stricken wieder entdeckt. Das sogenannte „Urban Knitting“ hüllt Skulpturen, Bäume oder andere Gegenstände in der Stadt in bunte gestrickte Maschen.

Wie funktioniert stricken?

Durch Knüpfen werden auf die eine Nadel Maschen gelegt. Diese Nadel hält man in der linken Hand. Der Faden, der an der letzten Masche hängt, legt man über den Zeigefinger um die anderen Finger herum. Die zweite Nadel dient dazu, in die erste Masche zu stechen, um den straff gezogenen Faden zu fassen. Dieser Faden wird dann durch die Masche hindurch gezogen und die Masche lässt man anschließend von der Nadel hinunter rutschen. Durch den ununterbrochenen Fortlauf des Fadens, sind alle Maschen miteinander verbunden.

Welche Unterschiede gibt es?

Es gibt rechts- und linksgestrickte Maschen. Bei ersterem wird von vorn in die Masche gestochen und der Faden von hinten nach vorn durch gezogen. Linksgestrickte Maschen entstehen genau umgekehrt, das heißt also, es wird von hinten in die Masche gestochen und der Faden von vorn nach hinten durch gezogen.
Bei der Anwendung zweier Nadeln entstehen lappen- oder streifenartige Strickarbeiten. Soll die Strickarbeit jedoch rund werden, benötigt man fünf Nadeln (Maschen werden auf vier Nadeln verteilt und die fünfte Nadel dient dazu, die Maschen abzustricken) oder eine spezielle Rundstricknadel (zwei durch ein Draht miteinander verbundene Nadeln). Bei dieser besonderen Nadel werden die Maschen nacheinander, ohne Unterbrechung abgestrickt und es entsteht eine schlauchförmige Strickarbeit.
Durch all diese und noch weiteren Techniken entstehen unzählige Strickmuster. Dabei sind der Fantasie und der Eigenversuche keine Grenzen gesetzt.
Hinzu kommt noch die Doppelstrick-Methode, bei der zwei verschieden farbige Fäden miteinander verstrickt werden.

Wo kann man es erlernen?

Es gibt eine Vielzahl von diversen Anleitungen, auch Schritt für Schritt, im Internet zu finden. Dank YouTube gibt es auch Video-Tutorials, die jeden einzelnen Schritt beim Stricken genauestens zeigen. Das hat den Vorteil, dass man das nicht nur in der Theorie vor sich hat, wo es doch immer wieder Dinge gibt, die man sich nicht so recht vorstellen kann, sondern auch visuell alles gezeigt bekommt.
Desweiteren gibt es in jeder größeren Stadt Kurse, bei denen man Stricken lernen kann. Sollten Sie Interesse an einem solchen Kurs haben, dann geben Sie die entsprechende Suche im Internet ein oder erfragen das ggf. bei der Stadt selbst.
Außerdem gibt es sogenannte offene Strickrunden (auch Strickkränzchen genannt), bei denen Strickdesignerinnen Ihre Erfahrung und Tipps und Tricks an vorrangig jungen Leuten weiter geben.
Wollen Sie es lieber alleine lernen, allerdings ohne Anleitungen im Internet, dann fragen Sie doch einfach die eigene Oma oder die nette, ältere Dame von nebenan. Denn diese sind immer glücklich darüber, wenn Sie etwas von früher an die jungen Leute von heute weitergeben können.

Hinweis: Die Inhalte auf leben-kunst.de dienen rein informativen Zwecken und können die persönliche Beratung durch einen Facharzt in keinem Fall ersetzen.