Wissenswertes über Beifuß

BeifußVielen Menschen ist Beifuß heutzutage nur noch als Gewürz für die alljährliche Vervollständigung der Weihnachtsgans bekannt. Dabei wird Beifuß schon seit Jahrhunderten ganz verschieden, unter anderem als Heilkraut eingesetzt. Viel Wissenswertes über Beifuß erfahren Sie in unserem Artikel, wenn Sie weiterlesen.

Einordnung

Erst einmal Grundsätzliches: Der Gemeine Beifuß (Artemisia vulgaris) wird auch Gewürzbeifuß oder Gewöhnlicher Beifuß genannt. Er ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Artemisia in der Familie der Korbblütler.

Die anspruchslose Pflanze erreicht eine Höhe von 60 Zentimeter bis zu 2 Metern. Die Oberseite der Blätter ist grün, die Unterseite weiß und filzig.

Er wächst in unseren Gegenden quasi überall, an Feld- und Waldrändern, in Parks und auf Beeten, Daher wird er von vielen Menschen eher als Unkraut wahrgenommen bzw. gar nicht groß wahrgenommen, da wo er zum Vegetationsbild gehört.

Der Einjährige Beifuß ist (Artemisia annua) nicht so verbreitet und wächst in Deutschland vor allem entlang der Elbe.

Inhaltsstoffe von Beifuß

Die Inhaltsstoffe von Beifuß variieren lokal sehr stark. So unterscheiden sich die europäische Variante (Artemisia vulgaris) und asiatische Variante (Artemisia annua)  recht stark.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Beifußes sind die Sesquiterpenlactone. Sie sorgen für den bitteren Geschmack des Beifußes und sind komplex zusammengesetzte ätherische Öle.

Weitere Inhaltsstoffe des Beifußes sind unter anderem ätherische Öle wie Kampfer und Flavonoide wie Quercetin und Rutin.

Beifuß als Gewürz

Der Gemeine Beifuß gehört zu den traditionellen Grutbier-Kräutern. Er wird daher als Gewürz für fette und schwere Fleischgerichte benutzt, wie auch unser oben erwähnter Gänsebraten.

Die Bitterstoffe des Beifußes regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an. So helfen sie bei der Verdauung und machen schwere Gerichte leichter bekömmlich.

Beifuß als Heilkraut

Wie bereits erwähnt, wird der Beifuß seit vielen Jahrhunderten als Heilkraut eingesetzt.

So wurde er im 11. Jahrhundert als „Mutter der Kräuter“ (mater herbarum) bezeichnet, vor allem als Hauptbehandlungsmittel zur Behandlung von Frauenkrankheiten.

Einen zweiten großen Einsatz als Heilkraut fand der Beifuß bei der Behandlung von Verdauungsstörungen und um Harnstauungen zu heilen.

Im späten 18. Jahrhundert galt Beifuß sowie mit Beifuß gewürztes Bier als das Mittel für die weibliche Gesundheit in Bezug auf Fruchtbarkeit, Menstruation und für die Geburt förderlich. Außerdem wurde er auch eingesetzt, um bei Nieren- und Blasensteinen Heilung zu verschaffen.

In afrikanischen Ländern wird die Chinesische Variante (Artemisia annua) als Heilpflanze angebaut. Artemisia annua wird heutzutage z.B. erfolgreich gegen Malaria angewandt.